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Friedgis Heintger
Funkenflug

Die Geheimnisse um die Entstehung von Bewusstsein und Intelligenz bewegen mich schon seit vielen Jahren. Für kurze Zeit hatte ich professionell mit diesen Begriffen aus dem Blickwinkel der Informationstechnik zu tun und der Frage, wie denn Intelligenz auf Maschinen zu übertragen ist. Später beschäftigte mich das Thema weiter in meiner Freizeit. Dabei war schnell klar, dass die starren Grenzen zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen jeden wirklichen Fortschritt verhindern. Um die uralten Existenzfragen zu beantworten, sind ausgetretene Pfade zu verlassen und ganz neue Wege in unwegsamem Gelände anzulegen. Weltbekannte Wissenschaftler wie Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli, Niels Bohr, Erwin Schrödinger und Albert Einstein pflegten noch bis in die fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein einen regen Austausch in solch fundamentalen Dingen. Auf den bekannten Physiker und Nobelpreisträger von 1933, Erwin Schrödinger, geht ein Zitat zurück

„... Wenn wir unser wahres Ziel nicht für immer aufgeben wollen, dann dürfte es nur den einen Ausweg aus dem Dilemma geben: dass einige von uns sich an die Zusammenschau von Tatsachen und Theorien wagen, auch wenn ihr Wissen teilweise aus zweiter Hand stammt und unvollständig ist – und sie Gefahr laufen, sich lächerlich zu machen.
Soviel zu meiner Entschuldigung.
Dublin, 1944 Erwin Schrödinger“

Seither halten sich Wissenschaftler zurück und erklären sich in diesen Fragen für nicht zuständig. Sie akzeptieren nicht, dass heute faktisch Technik und Naturwissenschaften die Religion der industrialisierten Menschheit sind. Doch ohne die Lücke zu füllen, die der Rückzug alter Glaubensbekenntnisse hinterlässt, verlieren die Menschen den Halt. Die Symptome des Zerfalls sind allenthalben zu beobachten: Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind durch Regeln und Verbote nicht zu bekämpfen. Und Moral kann nicht existieren ohne einen von allen akzeptierten Rahmen. Naturwissenschaftler müssen trotz vergangener Misserfolge wieder den Mut finden, sich mit den Themen Gott und Bewusstsein auseinanderzusetzen. Sie müssen neue Blickwinkel finden und persönliche Risiken eingehen. Daran fehlt es leider nicht nur in Politik und Wirtschaft.
Was sind wir? Welche Bedeutung hat der Tod? Was ist das Ziel unserer Existenz? Warum existiert überhaupt etwas? Was treibt uns an? – Fragen, zu denen der Leser vielleicht eigene, neue, anregende Antworten zwischen den Zeilen dieser Geschichten findet.
Die Idee zum Buch entstand als eine Art Extrakt aus der intensiven Beschäftigung mit neuen Forschungsergebnissen zur Künstlichen Intelligenz und Robotik, Erkenntnissen aus Biologie und Psychologie zur Entstehung von Intelligenz und Bewusstsein, daneben sehr alten philosophischen Aspekten, die schon Platon vor über zweitausend Jahren formuliert hat, und schließlich aus Ideen bekannter Wissenschaftler zu möglichen physikalischen Ursachen von intelligentem Verhalten. Leider liegen die wahren Ursachen echter natürlicher Intelligenz noch vollkommen im Dunkel. Kein naturwissenschaftliches Modell hegt den Anspruch, die fundamentalen Fragen zu beantworten.
Die Protagonisten im Buch sind frei erfunden, wenn auch viele der beschriebenen Szenen durchaus reale Wurzeln haben und konkreten Erfahrungen entspringen. Hier ist Autobiografisches vermischt mit den Erlebnissen anderer, mir bekannter und befreundeter Personen. Der Text zeichnet die Lebenswege dreier sehr unterschiedlicher Männer, die in einer schicksalhaften Beziehung stehen, obwohl sie sich kaum kennen.


im Januar 2011